Mittwoch, 14. Januar 2015
Der Tag danach
frau o., 15:15h
Tag eins nach der Chemo. Ich fühle mich erstaunlich gut, bis auf das bisschen Müdigkeit. Gestern habe ich erst gegen Abend eine Bei-Bedarf-Übelkeitstablette genommen und später dann die, die ich sowieso die ersten drei Tage nach der Chemo zwei Mal täglich einnehmen soll.
Letzte Nacht ist die Angst wieder ums Bett geschlichen und hat nach einer Lücke gesucht, um zu mir unter die Decke zu schlüpfen. Da lag aber schon der Mut und hielt die Zuversicht im Arm und die Naivitiät hatte sich auch ein kleines Plätzchen gesichert, obwohl sie von mir so oft kritisiert wird. Der Mut nimmt sie dann meistens in Schutz und erinnert mich daran, dass es manchmal hilft naiv zu sein. Singt auch Gregor Meyle, der sich schließlich zu Stefan Raab getraut hat.
Jedenfalls blieb der Angst nichts anderes übrig als von weiter weg ihre üblichen Phrasen auf mich einzuflüstern. "Was ist wenn sich schon Krebszellen über die Lymphbahnen im Körper verteilt haben? Die kann man schließlich bei keiner Untersuchung sehen, so klein sind die. Vielleicht siedeln sich jetzt schon Knochenmetastasen in deinem Körper an. Und da willst du hier selig schlafen? Denk doch mal nach!".
Davon wurde der Mut halb aus dem Schlaf gerissen und hat sie angefahren: "Ja, kann sein, aber die kann man dann jetzt auch nicht wegdenken! Wir kriegen eine Hammer-Chemo, das härteste, was zur Zeit auf dem Markt zu haben ist. Danach wird das Drecksding weggeschnitten und dann noch bestrahlt. Wenn dann immer noch was übrig ist werden wir uns zu gegebener Zeit darum kümmern. Und jetzt lass uns schlafen, wir brauchen unsere Kraft für andere Sachen als dein Depri-Gequatsche.". Dann hat der Mut den Arm um mich gelegt und wir sind wieder eingeschlafen. Das ging noch ein paar Mal so, aber es waren jeweils nur kurze Unterbrechungen. Irgendwann hat sich die Angst in einer Ecke zusammen gerollt.
Später ist ein Sturm ums Haus gefegt, der an den Fenstern rappelte und mir in Erinnerung gerufen hat, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt, über die man sich Gedanken machen kann. Zum Beispiel, ob die Pfannen vom Dach geweht werden und ob das jetzt auch der Klimawandel ist und ob es früher auch schon so starke Stürme gab. Und darüber bin ich dann wieder eingeschlafen.
Letzte Nacht ist die Angst wieder ums Bett geschlichen und hat nach einer Lücke gesucht, um zu mir unter die Decke zu schlüpfen. Da lag aber schon der Mut und hielt die Zuversicht im Arm und die Naivitiät hatte sich auch ein kleines Plätzchen gesichert, obwohl sie von mir so oft kritisiert wird. Der Mut nimmt sie dann meistens in Schutz und erinnert mich daran, dass es manchmal hilft naiv zu sein. Singt auch Gregor Meyle, der sich schließlich zu Stefan Raab getraut hat.
Jedenfalls blieb der Angst nichts anderes übrig als von weiter weg ihre üblichen Phrasen auf mich einzuflüstern. "Was ist wenn sich schon Krebszellen über die Lymphbahnen im Körper verteilt haben? Die kann man schließlich bei keiner Untersuchung sehen, so klein sind die. Vielleicht siedeln sich jetzt schon Knochenmetastasen in deinem Körper an. Und da willst du hier selig schlafen? Denk doch mal nach!".
Davon wurde der Mut halb aus dem Schlaf gerissen und hat sie angefahren: "Ja, kann sein, aber die kann man dann jetzt auch nicht wegdenken! Wir kriegen eine Hammer-Chemo, das härteste, was zur Zeit auf dem Markt zu haben ist. Danach wird das Drecksding weggeschnitten und dann noch bestrahlt. Wenn dann immer noch was übrig ist werden wir uns zu gegebener Zeit darum kümmern. Und jetzt lass uns schlafen, wir brauchen unsere Kraft für andere Sachen als dein Depri-Gequatsche.". Dann hat der Mut den Arm um mich gelegt und wir sind wieder eingeschlafen. Das ging noch ein paar Mal so, aber es waren jeweils nur kurze Unterbrechungen. Irgendwann hat sich die Angst in einer Ecke zusammen gerollt.
Später ist ein Sturm ums Haus gefegt, der an den Fenstern rappelte und mir in Erinnerung gerufen hat, dass es auch noch andere Dinge im Leben gibt, über die man sich Gedanken machen kann. Zum Beispiel, ob die Pfannen vom Dach geweht werden und ob das jetzt auch der Klimawandel ist und ob es früher auch schon so starke Stürme gab. Und darüber bin ich dann wieder eingeschlafen.
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i am a.,
Mittwoch, 14. Januar 2015, 10:42 PM
Hey wir kennen uns nicht, logisch.
Dennoch musste ich einfach schreiben als ich deinen Blog gelesen habe.
Ich bewundere dich, ehrlich! Das du so offen darüber schreibst und dem Krebs den Kampf ansagst!
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
Wünsche dir alles gute, du schaffst das und trittst ihm in den Arsch!
Dennoch musste ich einfach schreiben als ich deinen Blog gelesen habe.
Ich bewundere dich, ehrlich! Das du so offen darüber schreibst und dem Krebs den Kampf ansagst!
Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
Wünsche dir alles gute, du schaffst das und trittst ihm in den Arsch!
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