Sonntag, 25. Januar 2015
Die Macht der Bücher
Wieder bin ich der Versuchung erlegen, im Internet zum Thema Krebs nach Informationen zu suchen. Ich habe nach Büchern recherchiert und bin dabei auf Exemplare gestoßen, die das Potential haben das Leben eines Menschen entweder von Grund auf zu ändern oder es komplett zu zerstören, weil man sowieso vom Krebs aufgefressen wird wenn man sein Leben nicht ändert. Man kann zum Beispiel erfahren, dass die Krebstherapien der Schulmedizin nur bei 7 % der Patienten zu einer Heilung führen, und das meist auch nur für fünf Jahre. Krebs ist nämlich keine Krankheit, sondern der Versuch des Körpers, sich gegen zerstörende Umwelteinflüsse zu wehren. Derselbe Autor hat übrigens auch das Werk "Chemo heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe" verfasst. Ich neige normalerweise nicht dazu mir eine Meinung von Dingen zu bilden, die ich nicht selbst ausprobiert bzw. gelesen habe. In diesem Fall fehlt mir leider die Zeit, diese hochwissenschaftlichen Sachbücher zu studieren, weil die Chemo ja bereits dabei ist meinen Körper zu zerstören und ich deshalb ganz schnell alternative Heilungsmethoden finden muss. Ein guter Ansatz ist zum Beispiel die Recherche nach Kirmesstandorten, um dort nach Angeboten des Heilens durch Handauflegen zu suchen. Oder ich suche mir einen richtig guten Psychoanalytiker, der mit mir in die tiefsten Tiefen meiner Psyche abtaucht. Dies müsste freilich ein sehr mutiger Geselle sein, denn schließlich lauern dort unten all die dämonischen Traumata und unterdrückten Gefühle, die Krebs verursachen können.

Ein weiterer Meilenstein der Literatur rät dazu seine Ernährung komplett umzustellen. Null Kohlehydrate, null Fleisch, null Zucker, kein Obst. Nur rohes Gemüse mit Öl.
Der Einfluss von Zucker auf die Entstehung von Krebszellen ist wissenschafltich erwiesen (es gibt auch Bücher von der Verbraucherzentrale, die tatsächlich seriös sind). Deshalb versuche ich meinen Zuckerkonsum einzuschränken. Würde ich mich aber an die in dem im Internet gefundenen Ratgeber empfohlene Diät halten, würde ich vermutlich mit einem Paprikastreifen im Mund verhungern.
Der Ehefrau des Mannes, der eine Rezension dazu verfasst hat, soll die Methode sehr geholfen haben. Sie soll Metastasen in beiden Brüsten, in den Achselhöhlen und "sonst wo" gehabt haben. Die Ärzte rieten ihr doch tatsächlich zur Entfernung mindestens einer Brust und zur Chemo- und Strahlentherapie. Das lehnte sie ab, kaufte sich ein Buch und hielt sich strikt an dessen Tips. Und siehe da- Wochen später waren die Knoten in der Achselhöhle kaum noch spürbar und in der Brust (spürbar) auch zurück gegangen. Da sie nebenbei noch an Übergewicht litt half ihr das Buch auch beim Abnehmen.
Wow! Hätte ich mir doch nur mehr Zeit gelassen bei der Wahl meiner Therapie. Jetzt stehe ich kurz vor der letzten Chemogabe des ersten Zyklus und habe soviel Energie damit verschwendet. Wieviel Geld hätte ich meiner Krankenkasse einsparen können, wenn ich stattdessen rohes Gemüse gegessen hätte. Und wieviel Gewicht hätte ich verlieren können! Soviel, dass man mir seitens der Schulmedizin nur noch mit Astronautenkost hätte helfen können. Aber die hätte ich ja abgelehnt, weil ich bestimmt ein Buch darüber gefunden hätte, dass sie noch mehr Krebs verursachen kann.

Ich werde meine Suche nach Literatur zu diesem Thema nun einstellen, die Broschüren der Deutschen Krebshilfe lesen und mir im Internet ein anderes Buch bestellen. Vielleicht Grimm`s Märchen. Oder ich verfasse selbst ein Stück hilfreiche Literatur mit dem Titel "Wie verbreite ich Angst und Schrecken unter Krebspatienten und bringe sie dazu an der Schulmedizin zu zweifeln".

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